Weitsicht.

Ich atme tief durch, dann nehme ich die Decke aus der Tasche und breite sie auf der Wiese aus. Es ist der erste Abend seit Monaten, an dem ich mir freinehme und an nichts Böses denken will. Es ist warm, aber nicht heiß und von dieser Stelle kann man den Blick kilometerweit schweifen lassen. Die Welt fühlt sich weiter, größer, ruhiger an als unten in der Stadt. Hier oben war ich noch nie und das macht es leichter, sich vorzustellen man sei im Urlaub.

Keine zwei Sekunden nachdem ich mich auf der Decke niedergelassen habe fällt mir der erste Regentropfen auf die Nase. War ja klar. “Hört bestimmt gleich auf”, sagt er, “Ich glaub die Wolken ziehen weg”. Also für mich sehen die nicht aus als hätten sie vor irgendwo hinzuziehen.

An und für sich beschreibt diese Szene die letzten paar Monate ganz gut: Kaum hat man mal durchgeatmet und sich hingesetzt, wirft Petrus einem das nächste Problem vor die Füße. Der Regen ist in diesem Fall eine Metapher für die (Uni-) Bürokratie. Die knallen einem aber eher “Geht nicht”, “Können wir Ihnen nicht helfen”, “Kollegin ist krank” oder gar “Das ist Ihr Problem” vor die Füße. Denkste. Aber genau wie der Regenschauer über meinem Picknick scheint auch dieses Kapitel fürs Erste überstanden. Hoffentlich. 

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