Travelling the North – Copenhagen

Nyhavn

Es hat nicht geregnet als ich in Kopenhagen war. Glaubt man den Dänen, ist dass das regionale Äquivalent zu “schönes Wetter” im Herbst und Winter. Das Wetter, als ich in Kopenhagen war, war also schön. Trotzdem erfasst mich wie bei all den nördlichen Städten die ich im Moment sehe immer der Gedanke, dass ich dringend im Sommer wiederkommen sollte. Bei Kopenhagen mache ich das vielleicht sogar, ist ja eigentlich gar nicht so weit. Wenn ich das mit dem Heimreisegepäck nicht hin bekomme und mit dem Fernbus heimfahre oder so, geschieht das vielleicht sogar früher als gedacht. Luxair will für Flüge von Stockholm nach Luxemburg im Januar über 200€. Hallo?!

Egal, Kopenhagen war auch im späten Oktober eine Reise wert und ich bin froh dass ich sie gemacht habe. Ich bin allein dorthin gefahren und für mich war das ein kleines Abenteuer. Ich bin noch vorher auf eigene Faust drauf losgefahren und habe ganz alleine im Hostel übernachtet. Im gewissen Sinne habe ich mir ein Stück Mut dazu erobert, der Paranoia-Me sicher nicht schaden kann. Eigentlich hat auch alles ganz wunderbar geklappt, mit Ausnahme der Tatsache vielleicht, dass mich die Amerikaner auf meinem Zimmer mit ihrem unaufhörlichen Smalltalk so ziemlich die ganze Nacht vom Schlafen abgehalten haben. Ich bin ziemlich schlecht in Smalltalk also war das eine echte Herausforderung. Irgendwie gaben sie sich nicht mit meiner lächeln-und-nicken-Taktik zufrieden. Dafür habe ich jetzt exzessives Wissen über all ihre Liebesbeziehungen- und/oder Affären der letzten drei Jahre. (“OMG, my last girlfriend, she was this Swedish girl, like, tall and blond and she was so hawt!”)

Ganz alleine und einsam war ich in Kopenhagen aber doch nicht, zum Glück kannte ich dort Menschen die mir die Stadt ein bisschen näher gebracht haben. Die eine davon studiert an der Copenhagen Bussiness School, wo die Mensa im Prinzip ein Mehrstrene-Buffet ist (schmeckt auch so aber kostet auch so) und ich mich severely underdressed gefühlt habe. Insbesondere als ich mich in der Unisex-Toilette nach mehrstündiger Anreise erstmal frisch gemacht und geschminkt habe und dabei komisch angeschaut wurde von Typen die vermutlich mehr für ihre Maniküre ausgeben als ich. Oder für ihre Blazer. Ich hab gar keinen Blazer.

Die Andere wohnt quasi in Hogwarts. Nein, ehrlich. Wenn ich das recht verstanden habe, dann ist das ein Studentenwohnheim mit zwei sich gegenüberliegenden Flügeln, die in der Mitte mit einer “Great Hall” Entsprechung verbunden sind, in der es für alle Bewohner gemeinsame Mahlzeiten gibt. Außerdem treten die Stockwerke in diversen Spielen gegeneinander an und bekommen dafür Punkte. Hogwarts halt. Ich durfte mir alles anschauen und sogar mitessen – leckeres Chilli, bei der Kälte sicher nicht verkehrt.

Die Temperaturen haben mich auch veranlasst mir endlich eine Mütze zuzulegen. Wurde auch Zeit. Winter is comming.

Spy tomcat

 

tivoli

 

Kopenhagen

 

Palace

 

nyhavn2

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