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Das Tollste an neuen Harry Potter-Büchern früher war für mich immer, mitten in der Nacht an der Tür zu auf die Übernacht-Amazon-Lieferung des neuesten Teils zu warten und dabei zu wissen, dass ich nur eine von Millionen war, die in dieser Nacht hinter ihrer Tür warteten. Fast synchron mit all den anderen gespannten Fans habe ich hektisch das Paket aufgerissen und losgelegt. Am nächsten Tag in der Schule habe ich angegeben damit, wie weit ich schon war. Ich habe diskutiert über die neuesten Wendungen und die Charaktere, die ich nervig fand. Es war irgendwie eine Gemeinschaft. Alle haben das gleiche erlebt und das Lesen an sich war genauso wunderbar, wie das Gefühl mit allen gemeinsam mitten in der Geschichte zu stehen.

In dem Buch, das ich euch heute an Herz legen möchte, konnte ich leider nicht “mitten drin” sein, wenn man so will. In letzter Zeit habe ich mir angewöhnt, beim Aufräumen und Putzen Hörbücher zu hören und dabei bin ich auch über “Deathbook” gestolpert und habe es mir bei Spotify angehört. Die Geschichte war packend, dass ich es kaum ertragen konnte, Pause zu drücken. Selten hat mich ein Thriller so mitgerissen, war so greifbar und nah an meiner eigenen Lebensrealität. Allein als Hörbuch schon ein Erlebnis. Leider habe ich erst danach erfahren, dass “Deathbook” eigentlich ein interaktives E-Book ist. 
Na und? 
Lasst mich ein bisschen weiter ausholen.
Das Buch ist ein Thriller, in dem der Autor selbst als Protagonist versucht zu ergründen, wer seine Nichte Kathi in den Tod getrieben hat. Als wäre das an sich nicht schon meta genug, thematisiert er dabei Social Media, Smartphones und Computer, so direkt, wie ich es selten in einem Thriller gelesen habe. Es wird nicht nur am Rande erwähnt, das irgendein Polizeispezialist sich die Website eines Killers ansieht und Spuren findet. Was der Autor im Internet herausfindet, ist für das Vorankommen der Story genauso relevant, wie die Geschehnisse in seiner Roman-Realität. Nah an unserer eigenen Lebensrealität chattet er mit mysteriösen Personen und findet QR-Codes, die ihn zu bedrohen scheinen. Der Autor, Andreas Winkelmann, beschreibt nicht wie alle anderen die Arbeit der Polizei, sondern die greifbare Realiät eines Nicht-Profis. 
Also was ist jetzt mit interaktiv und so?
Das Buch könnt ihr euch als App oder Kindle E-Book auf ein Handy und Tablett herunterladen und selbst die Videos und Webseiten aufrufen, von denen das Buch erzählt. Ihr könnt die Chats mitfolgen und euch im “Deathbook” anmelden. Ihr seht, was der Autor sieht. 
Leider habe ich mich schon unwiderruflich gespoilert, als ich mir das Hörbuch angehört habe, aber ich möchte euch wenigstens den Tipp geben, das ganze als E-Book auf Handy oder Tablet zu lesen. Es ist in zwölf Episoden erschienen, die alle etwa 1,50 € kosten. Dadurch, dass die Episoden recht kurz sind, und immer wider von interaktiven Teilen unterbrochen werden, denke ich, dass das unbequeme Lesen am Bildschirm, nicht so sehr ins Gewicht fällt. Das Konzept ist vielleicht ein bisschen ungewohnt, hat aber durchaus Potenzial. So viel unseres Lebens findet im Internet statt, da ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch Literatur ins Netz begibt und sich seine Strukturen zu Nutzen macht, um auf eine neue Art spannende Geschichten zu erzählen.
Also,
Amazon 

Das erste Kapitel ist übrigens kostenlos!

One Comment

  1. ein echt schöner post! du kannst wirklich toll schreiben!

    ps. zur Zeit läuft ein Giveaway auf meinem Blog – mach doch mit !

    in liebe <3

    mytimeisnowdaria.blogspot.de

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